- Wann wird’s mal wieder richtig Sommer - Bereits um 08.30 Uhr in aller Herrgottsfrüh trafen sich sieben Spielmannszügler der Vorstandschaft zur Abstimmung bezüglich  des Aufbauorts für das heutige Ebersberger Weinfestes. Ausgestattet mit mehreren  Wettervorhersagen für den Abend stand die Entscheidung an, ob der Aufbau des Festes in  der Volksfesthalle oder am Ebersberger Marienplatz stattfinden soll. Nicht, dass eine solche  Entscheidung auf Grund der sommer-untypischen letzten Wochen schwer genug gewesen  wäre, so schafften die in Zeitungen, im Internet oder Radio völlig unterschiedlichen  Wetterberichte eine gewisse Ratlosigkeit. Zur Auswahl standen Vorhersagen zwischen 10%  und 80% Regenwahrscheinlichkeit. Andere Wetterberichte prophezeiten Sturm und Hagel.  Doch das Repertoire an Wettervorhersagen beinhaltete auch einen kurzen abendlichen  Schauer mit anschließend trockener Nacht.  Letztlich entschloss man sich für den Aufbau  des Weinfestes am Marienplatz. Der Nachmittag ließ an dieser Entscheidung auch keine  Zweifel aufkommen: Ein typisch bayerischer Himmel mit vereinzelten Wolken und  Temperaturen bis knapp 30 Grad sorgten für einen gemütlichen Festbeginn.   Gegen 15.30 Uhr begann die Ebersberger Landkreis-  Band Mardi Gras mit ihrer wohlbekannten  Musikdarbietung und die ersten Weinfestbesucher  genossen, mit Kaffee und Kuchen ausgestattet, einen  wunderbaren Sommernachmittag. Kurz nach 18.00  Uhr übernahm das Schalmeienorchester Steinach das  musikalische Programm. Während des diesjährigen  Auftritts am Narrensprung in Ravensburg lernten die  Ebersberger einige Mitglieder des Orchesters kennen  und prompt folgte einige Monate später die Einladung  nach Bayern. Während die für den späteren Abend  verantwortliche Kirchdorfer Musi im Hintergrund bereits aufbaute, spielte eine weitere schwäbische Musikgruppe am Marktplatz  auf. Der Fanfarenzug Tell, ausgestattet lediglich mit Naturton-Fanfaren und Landknechtstrommeln, sorgte bei den  Weinfestbesuchern für gute Unterhaltung.   Pünktlich um 20 Uhr begann die Kirchdorfer Musi mit dem bayerischen Defiliermarsch das musikalische Abendprogramm.  Spätestens jetzt gab es von einigen Besuchern skeptische Blicke in Richtung Himmel, da  die ersten dunkleren Wolken im Anmarsch waren. Trotz einiger vereinzelter Tropfen hielt  das Wetter aber weiterhin an. Erst gegen 22.30 Uhr, als sich die Kirchdorfer Musi längst von  der typisch bayerischen Blasmusik verabschiedet hatte und den Gästen mit Partyhits aus  aller Welt so richtig einheizte, setzte der Regen ein. Der Begriff Regen galt jedoch nur für  die ersten paar Sekunden, da sich kurz darauf sämtliche Himmelspforten öffneten. Obwohl  die Mehrheit der Weinfestbesucher über eine halbe Stunde unter allen möglichen  Unterstellmöglichkeiten ausharrten und das Schalmeienorchester zusammengepfercht  unter den überdachten Marktständen noch einige Musikstücke anstimmte, war spätestens  nach einer dreiviertel Stunde klar, dass eine Weiterführung des Festes unmöglich war.   Der Umzug in die Volksfesthalle wäre zwar logistisch gesehen relativ schnell möglich gewesen, jedoch sprachen völlig  durchnässte Weinfestbesucher sowie der Ab- und erneute Aufbau der Anlage der Kirchdorfer Musi, die unter anderem auf Grund  des starken Regens einige defekte Geräte vermuteten, klar für eine vorzeitige Beendigung des Sommernachtfestes.   Die Enttäuschung stand den Spielmannszüglern sichtlich ins Gesicht geschrieben. Wochenlange Vorbereitungen und der  zweitägige Aufbau wurden nicht belohnt. Die einzig positive Nachricht wurde am Montag bei den restlichen Aufräumarbeiten  vermeldet, dass alle im Rahmen des Festes angefallenen Kosten gedeckt werden konnten.  Ein paar Tage später gab es für die Vereinsmitglieder noch etwas zum Schmunzeln. So meldeten sich einige  selbst auserkorene Wetterfrösche in so manchen Internetportalen zu Wort und vermeldeten ihren Missmut über  die getroffene Entscheidung, am Marienplatz aufzubauen. Darum die Einladung an all diese Wetterpropheten:  Am Samstag, den 14. Juli 2012, unbedingt um 08.30 Uhr zur Entscheidungsfindung bezüglich Aufbauort am  Ebersberger Marktplatz erscheinen!!!